Ein wenig ärmer werden, um wieder reicher zu sein
Dez 9th, 2007 by Rudi
In meiner sonst recht kargen Jugend war die Weihnacht wirklich der Inbegriff einer freudenreichen Zeit. Aber ist sie das auch heute noch, - freudenreich? Ich jedenfalls laufe tagelang ruhelos durch die Gassen und starre in festliche Schaufenster, um für den und jenen irgend etwas aufzutreiben, was er noch nicht hat, weil er es gar nicht braucht. Dabei wäre das ganze Übel leicht zu beheben, indem man den unnützen Kram, den man selber erhält, wieder weiterverschenkt. Aber wer kann sich das Jahr über merken, was er von wem bekommen hat! Leider haben ja die Schenker ein weitaus besseres Gedächtnis als die Beschenkten.
Warum nur ist es so schwer geworden, Freude zu schenken und dabei selber froh zu sein? Vielleicht müßten wir alle ein wenig ärmer werden, um wieder reicher zu sein.
Heinrich Waggerl
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