Tag des (freien) Buches am 10. Mai 2010

Buecherverbrennung-Ray-Bradbury_320x400.jpg

Tag des (freien) Buches am 10. Mai 2010

Das war ein Vorspiel nur,
dort wo man Bücher verbrennt,
verbrennt man auch am Ende Menschen.
Heinrich Heine

Am 10. Mai 1933 verbrannten die Nazis erst Bücher, wenig später ermordeten und vergasten sie dann auch unzählige Menschen. Der Tag des Buches wird jeweils am 10. Mai begangen, in Gedenken an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten. Am 10. Mai 1933 ließ Reichspropagandaminister Joseph Goebbels die Werke „entarteter“ und jüdischer Schriftsteller und Wissenschaftler öffentlich in Flammen aufgehen. Die meisten Autoren waren zu dieser Zeit bereits ins Ausland geflohen, sonst wären sie wohl gleich mit auf dem Scheiterhaufen gelandet.

Mut tut gut! Der deutsche Schriftsteller Oskar Maria Graf lebte damals bereits im Wiener Exil. Seine Bücher standen nicht auf dem Index, die Nazis hatten sie sogar auf die „weiße Liste des neuen Deutschlands“ gesetzt: alle seine Werke wurden von den Machthabern des Dritten Reichs ausdrücklich zur Lektüre empfohlen! Was macht man nun als engagierter Schriftsteller in einer solch peinlichen Situation? Oskar Maria Graf machte das: Unter der Schlagzeile „Verbrennt mich!“ verlangte er auf der Titelseite der Wiener Arbeiter-Zeitung:

Verbrennt mich! Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbande gelangen. Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein wie eure Schmach!

Schleiermacher-MutMaennlichZuLeben.jpg

Screensaver Mut- & Muntermacher

http://bluesdiary.com/wp/audio/Neil_Diamond_-_Act_Like_A_Man.mp3

Neil Diamond – Act Like A Man

Sein Aufruf hatte Erfolg, er wurde in vielen europäischen Zeitungen nachgedruckt. Und in einer eigens für Graf angesetzten Bücherverbrennung im Innenhof der Münchner Universität wurden seine sämtlichen Werke nachträglich verbrannt. Mut tut gut! Diesen Mut hätte man sich damals von ein paar mehr Menschen gewünscht, Hitler & Konsorten hätten dann ihr dreckiges Handwerk nicht ausüben können.

Viel ist schon gewonnen,
wenn nur einer aufsteht und Nein sagt.
Bertolt Brecht

Darwins-PC-Mensch_420x160.jpg

Je mehr ich las, um so enger wurden meine Beziehungen zur Welt, um so leuchtender und bedeutsamer wurde für mich das Leben. Jedes Buch war wie eine kleine Sprosse, über die ich vom Tier zum Menschen aufstieg. – Maxim Gorki

Ich habe Büchern = Literatur und Philosophie ungeheuer viel zu verdanken. In meiner Jugend gab es keine Computer und auch kein Internet. Aber Micky Maus und Fix & Foxy und Sigurd und Nick und Falk und Akim & Co. Diese Bildergeschichten verschlang ich als Kind mit atemloser Begeisterung und zitterte und fieberte mit meinen Helden durch ihre Abenteuer. Fortgesetzt wurde meine Lesekarriere mit Groschenromanen. Jerry Cotton, Perry Rhodan und Landser waren zwar nicht meine Sache, aber für die neuesten Abenteuer von Kommissar X, Fledermaus und Rothaut plünderte ich ohne Reue jederzeit mein Sparschwein.

Auf dem Gymnasium kam es dann zu einer wichtigen Begegnung der literarischen Art: mein langjähriger Deutschlehrer Kusche (Humanist und Altgrieche in der Seele), der uns wegen unserem Mangel an Feingefühl, Kultur und Bildung oft und gerne als Banausen beschimpfte, begeisterte mich in kürzester Zeit für Literatur und Philosophie. Ich las alle Shakespeare-Dramen (las! wohlgemerkt, ich sah sie nicht im Theater und schon gar nicht im Fernsehen, die Aufführung fand ausschließlich in meinem Kopf statt). GROSSE Gefühle, die mich seither nicht mehr verlassen haben und die auch in meinen Blogs immer wieder aufblitzen. Aber nicht nur das Fühlen, auch das Denken und Träumen und Phantasieren und – last not least – das HANDELN haben mir Literatur und Philosophie beigebracht. In meinem Elternhaus wurde nicht gelesen. Also wurde ich von Büchern erzogen. Die Toten sind nicht tot. Wir können sie jederzeit wiederbeleben. Es liegt an uns, an mir und – DIR!

Totenkopf-Buch-01_400x300.jpg

Liebt das Buch, es erleichtert euch das Leben: es hilft als guter Freund, euch in dem bunten und stürmischen Wirrsal der Gedanken, Gefühle Geschehnisse zurechtzufinden; es lehrt euch, den Menschen und euch selbst zu achten; es beschwingt Geist und Herz durch Liebe zur Welt und zum Menschen. – Maxim Gorki

Zum Tag des Buches

Lesen & Leben

Herz-Buch_400x280.jpg

Jedes Buch hat dir etwas zu sagen. Jedes eine Botschaft an dich. Jedes hat dir Kräfte zu spenden. Keines ist um seiner selbst willen da. Jedes ist um deinetwillen geschrieben: um dir einen Weg zu zeigen – den Weg zu dir selbst. Das tun selbst solche Bücher, die jede Faser in dir zum Widerspruch aufpeitschen. – Carl Christian Bry

Das waren nützliche Tipps für Sie? Und jetzt wollen Sie nur zu gerne wissen, was ich Ihnen morgen hier empfehle? Abonnieren Sie blog-O-rama und meine Tipps und Empfehlungen werden Ihnen auch künftig Ihr reales und digitales Leben verschönern und versüßen. Danke!

Leben lernen @ Eisbrecher-Bibliothek

Lesenswert

15 WordPress Themes von Beatheme für nur 20 Dollar... WordPress Themes von Beatheme Für gute Premium Themes mußte man bisher so um die 70 Dollar hinblättern. Jetzt im Herbst fallen nicht nur die Blätter,...
Weisheit Der erste Schluß der Weisheit: alles anzweifeln, der zweite Schluß der Weisheit: sich mit allem versöhnen. Lichtenberg
Die Studierstube ist die Samenkapsel Die Studierstube ist die Samenkapsel des Samens, der in Europa aufgeht, die Eierschale, aus der das poetische Geflügel kriecht. Jean Paul

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.