Ein Mann, eine Frau und der Tod – Roman von Jim Crace

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Und wieder habe ich einen großartigen Autor mich und Sie entdeckt: Jim Crace. Sein Roman „Ein Mann, eine Frau und der Tod“ ist ein düsteres, beklemmendes, verstörendes Buch über das Leben, die Liebe, die Ehe und – vor allem – über den Tod. Ein Ehepaar wird am Strand beim Akt von einem zufällig Vorbeikommenden brutal ermordet und ausgeraubt. Aber lesen Sie selbst.

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Jim Crace, geboren 1946, hat alle bedeutenden angelsächsischen Literaturpreise erhalten. Seine Romane wurden in 14 Sprachen übersetzt. Der Autor lebt mit seiner Familie in Birmingham.

Beinahe dreißig Jahre sind die Meereszoologen Joseph und Celice miteinander verheiratet. Ein paar frei Tage vom Universitätsalltag bringen Joseph auf eine romantische Idee: Er will mit seiner Frau noch einmal nach Baritone Bay fahren, jenen wilden Küstenstreifen, wo sie sich einst als Studenten kennen gelernt haben. Celice gibt sich die Schuld für ein tragisches Unglück, das damals in der Bucht geschah, und zögert, lässt sich aber schließlich überreden. Doch was als langer Spaziergang mit Picknick geplant war, endet mit einem Verbrechen. Das Paar wird heimtückisch ermordet. – Klappentext

Jim Craces facettenreiches Œuvre, sein Witz und sein Stil haben dem einstigen Journalisten fast alle Literaturpreise eingebracht, die es im angelsächsischen Raum gibt. Aber im deutschsprachigen Raum ist Crace noch immer ein Geheimtipp. Einiges Aufsehen erregte sein letzter Roman, «Ein Mann, eine Frau und der Tod» – obgleich der Originaltitel «Being Dead» treffender war für diese makabre Leichenschau. Ein betagtes Ehepaar, Opfer eines Raubüberfalls, verwest am Strand. Crace lässt die beiden in einem literarischen Totentanz wiederauferstehen, erzählt von ihrem Leben zwischen Illusion und Resignation, während ihre gespaltenen Schädel den Schmeissfliegen ein Festmahl bieten. Romantisierende Naturerfahrung, wie sie sonst in der zeitgenössischen Literatur Usus ist, verweigert Crace. «Wer die Natur erforscht, muss sich als Allererstes an Gewalt gewöhnen», heisst es in «Being Dead», das die «New York Times» auf die Liste der fünf besten Bücher des Jahres setzte. – NZZ

Sein Roman ist schonungslos und gnädig, von lapidarem Witz und aufblitzendem Pathos, spröde und von verschwenderischer Sprachschönheit zugleich. Die naturwissenschaftliche Kälte des Blicks auf den Tod wird immer wieder aufgehoben durch Meditationen darüber, welcher Respekt dem Leben gebührt – einfach dafür, dass es gelebt wird.

Das ist die große Leistung dieses Romans, den die „New York Times“ gerade unter die fünf besten belletristischen Werke des Jahres gewählt hat: wie er in den Ritzen der Durchschnittlichkeit das Lebenswerte aufstöbert, jene nur Joseph und Celice eigenen Augenblicke der Zärtlichkeit, Schwäche und Selbstvergessenheit. – Spiegel

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Und wenn Sie beim Schmökern gerne gute Musik hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

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