Blaue Stunden erleidet Joan Didion

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Das Leben ändert sich schnell.
Das Leben ändert sich in einem Augenblick.
Joan Didion

Blaue Stunden – keine einfache, aber eine lohnende Lektüre, jedenfalls für alle, die sich mit dem unaufhaltsamen Verstreichen der Zeit, dem damit verbundenen Verlust geliebter Menschen und dem rapiden Verfall des eigenen Körpers bewußt auseinandersetzen wollen. Nichts für Leute, die Altern & Tod lieber mit Skalpell, Botox & Religion verdrängen wollen.

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Joan Didion, geboren am 5. Dezember 1934 in Sacramento, Kalifornien, ist eine amerikanische Journalistin und Schriftstellerin. Joan Didion schreibt regelmäßig für „The New York Review of Books“ und „The New Yorker“. In Zusammenarbeit mit ihrem 2003 verstorbenen Mann, dem Schriftsteller John Gregory Dunne, schrieb sie mehrere Drehbücher. Sie lebt in New York City.

Die amerikanische Essayistin und Schriftstellerin Joan Didion hat innerhalb weniger Jahre zuerst den Tod ihres Mannes und dann den Tod ihrer Tochter erleben müssen. Um das zu verwinden hat sie getan, was sie ihr Leben lang gemacht hat: geschrieben. Das ist ein anrührender, deprimierender und verstörender Text. Schwarz und leuchtend. Den man beeindruckt und nicht ohne Angstlust liest. – Deutschlandfunk Kultur

Amerikas scharfsinnigste Essayistin hat mit 76 Jahren ein schmales, hellsichtiges Buch über das Verblassen des Glanzes geschrieben, über Alter, Abschied und Tod.  Joan Didion schreibt ohne Selbstmitleid, mit grimmigem Humor und einem unbestechlichen Wissensdrang. Sie stellt sich letzte Fragen, die schon in ihrem Bestseller «Das Jahr des magischen Denkens» anklangen, und erkennt: Die Angst kommt nicht vom Verlorenen. Sie «kommt von dem, was noch verloren gehen kann». Wer dieses Meisterwerk der Essayistik liest, ist dafür ein wenig besser gewappnet. – Cicero

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Joan Didion mit Adoptivtochter Quintana

Der Tod eines Kindes ist das, wovor sich alle Eltern fürchten. Joan Didion schreibt sinngemäß, ihr bliebe, um die Tatsache, dass sie Quintana überlebt hat, zu ertragen, kaum etwas anderes übrig, als weiterzuschreiben. Dabei ist ihr ein Buch gelungen, das sich in einer Weise mit Alter und Tod auseinandersetzt, wie es nur wenigen Autoren gelingt – in glasklarem, federleichten Ernst. – Spiegel

Die Krankheit, das ist das Altwerden. Beim Niederschreiben dieser Erinnerungen an Quintana war Joan Didion 75 Jahre alt. Unversehens wird die Trauerrede auf ihre Tochter zum Nachruf auf ihr eigenes Leben. Das ist von einer solch ungeschützten Verletzlichkeit, dass man ein wenig schaudert. Man liest dieses Buch mit Beklemmung und Anerkennung zugleich. Der einzige Trost, der vielleicht darin liegt: Es ist eine Erfahrung, die wir alle zu teilen gezwungen sind, früher oder später. Man müsste schon eine sehr große Frohnatur sein, um den verhängnisvollen Gedanken an diese Krankheit zum Tode zu entgehen. – ZEIT

„Die Zeit vergeht. Könnte sein, dass ich das nie geglaubt habe? Hatte ich geglaubt, die blauen Stunden würden für immer andauern?“

Sätze, die mit ihrem Klang den Rhythmus des Buches vorgeben und sich in ihrer Einfachheit tief ins Herz schrauben: „Ich weiß, dass ich ihr nicht länger nah sein kann.“ Didion schluchzt, trauert, klagt. Oder der wiederholte stumme Wunsch ihrer Tochter: „Lass mich in der Erde sein. Lass mich einfach in der Erde sein und einschlafen.“ Sätze, die Unbeschreibliches beschreiben.

Ein bewegendes, trauriges und schmerzhaft schönes Buch über das was bleibt, wenn alles verschwunden scheint. Didion weist über ihr eigenes Schicksal hinaus, wenn sie am Ende die aufwühlende Frage stellt: „Und was bleibt, wenn man die Botschaft verpasst, die die blauen Stunden bringen?“ Ein Buch, das man lesen sollte – in welcher Stunde auch immer. – Focus

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Ich habe immer das Leben gleich angesehen: als tragisch, aber mit der Aufgabe, es zu leben. Ein Satz, den ich vor mehreren Jahren schrieb, spricht es aus: „Das Leben ist ein tödliches Gesetz und ein unbekanntes. Der Mann, heute wie einst, vermag nicht mehr, als das Seine ohne Tränen hinzunehmen!“ Dieses an der Antike gebildete Gefühl stand über jeder meiner Stunden. – Gottfried Benn

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Lucky Peterson – Death Don’t Have No Mercy

In den drei Jahren von 2005 bis 2008 habe ich gleich sieben geliebte Menschen verloren. American Sniper? German Sniper! Quatsch, der Tod hat keine Nationalität, er ist ein globaler Sniper, ein internationaler Raubritter und Wegelagerer, er ist überall und nirgends zugleich zuhause. Solange es uns gibt, gibt es ihn nicht, und wenn er da ist, sind wir nicht mehr. Amen.

Joan Didion

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Ich habe den Gedanken an den Tod eigentlich immer vermieden. Aber tun das nicht die meisten von uns? Niemand möchte sterben. Wir wollen leben. Das Leben ist die interessantere Perspektive, wenn man nicht glaubt, dass es ein Leben nach dem Tode gibt. Wenn man nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt, denkt man, dass man einfach immer weiterleben wird. Aber natürlich wird man das nicht. Das ist das schreckliche Geheimnis. – Joan Didion im FAZ-Interview

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Nur wer an jeder Stunde die Klauen, die Hauer, die rostigen Nägel sieht, mit denen sie unser Herz in Stücke reißt, der hat das Leben in sich aufgenommen und steht ihm nahe und darf leben. – Gottfried Benn

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Tindersticks – Dying Slowly

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