Es war einmal… das gedruckte Buch

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Es war einmal… das gedruckte Buch

Wie man 2014 der Entwicklung hoffnungslos hinterherhinken kann, zeigt uns Paul Duray: Der Analog-Nerd Paul Duroy hat Bock auf Buch. Wie man 2009 der Zeit hellsichtig vorauseilen kann, zeigt uns Jürgen Neffe: Es war einmal: Die Ära des gedruckten Buches geht zu Ende. Kein Grund zur Trauer. Hier ein paar Denkanstöße aus 2009 für 2015 und danach…

Mag das Buch aus Sicht der Vergangenheit seine Seele verlieren – mit Blick nach vorn ist sie dabei, sich aus ihrem Körper zu befreien.

Dass jetzt Buchhändler Lesegeräte vertreiben (müssen) wie Schaufeln fürs eigene Grab, gibt dem Umbruch ein Gesicht seiner Opfer. Jedes einzelne Buch, das als legale oder illegale Kopie oder als Download statt gedruckt über den Ladentisch bezogen wird, fehlt in den Bilanzen derer, die vor Kurzem noch allein Gutenbergs Erbe verbreitet haben.

Kaum ein lebender Autor, der den Niedergang des Buchhandels nicht bedauern würde – auch als Kultureinrichtung, Bildungsstätte und öffentlicher Erlebnisraum. Kaum einer aber, der zu dessen Rettung die Digitalisierung seines Werkes ausdrücklich untersagen würde. Und wohl kaum ein Verlag, der das zulassen und auf die zusätzliche Einnahmequelle verzichten würde.

Das künftige Verhältnis von Autor zu Buch lässt sich am besten so charakterisieren, dass ein Buch einen Autor braucht, aber ein Autor kein Buch. Zumindest keines von Gewicht, das hergestellt, verpackt, verschickt und verkauft werden muss. Papier ist weder zum Schreiben noch zum Lesen nötig. Milliarden verschickte und empfangene Botschaften können nicht irren. In der Zeit nach Gutenberg brauchen Autoren auch keine klassischen Buchhändler, Lieferanten oder Verleger mehr, um ihren Beruf bis zu seiner möglichen Erfüllung ausüben zu können, der Publikation. Für sie zählt der Inhalt mehr als das Behältnis, dessen Produktion, Vertrieb und Handel eine beträchtliche Zahl an Jobs unterhält und dabei Energie und Rohstoffe in großem Umfang verschlingt.

Wenn jeglicher physische Kontakt zur Ware entfällt, könnte bei voll automatisierten Download- und Abbuchungssystemen das jetzige 20-Euro-Buch dem Urheber sogar zum Preis von fünf Euro ein höheres Einkommen sichern als heute. Zudem dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch in »Büchern« Werbung erscheint. Bei Ratgebern oder Lebenshilfebüchern, Reiseführern oder Rezeptsammlungen bietet sich gezielt geschaltete Reklame geradezu an. Durch Anzeigen in Bild, Ton und Text wären die Erlöse so weit zu steigern, dass sich Bestseller als Downloads sogar verschenken ließen. Niedrigere Preise könnten den Verkauf der »Bücher« fördern. Auflagen, Einkommen und nicht zuletzt die Zahl der möglichen Leser würden steigen. Selbst angenommen, diese investierten in Zukunft nur noch die Hälfte ihres augenblicklichen Etats für Druckerzeugnisse in allen möglichen Lesestoff, stünden die Autoren noch als Gewinner da.

Womöglich werden wir oder unsere Nachfahren eines Tages, um das Lesen und Schreiben zu retten, noch einen Schritt weiter gehen und allen alle Texte und Inhalte grundsätzlich kostenlos zur Verfügung stellen. Freie Lektüre als Teil des Grundrechts auf Bildung – und als Erfolgsmodell moderner Wissensgesellschaften. Open Access wäre nicht der Untergang des Abendlandes. Im Gegenteil.

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Liebt das Buch, es erleichtert euch das Leben: es hilft als guter Freund, euch in dem bunten und stürmischen Wirrsal der Gedanken, Gefühle Geschehnisse zurechtzufinden; es lehrt euch, den Menschen und euch selbst zu achten; es beschwingt Geist und Herz durch Liebe zur Welt und zum Menschen. – Maxim Gorki

Rudi über Bücher, Tablets & eReader

Ich schließe dieses Kapitel, wie jeder Inder sein Buch anfängt:
Gesegnet sei, wer die Schrift erfand.
Jean Paul

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Je mehr ich las, um so enger wurden meine Beziehungen zur Welt, um so leuchtender und bedeutsamer wurde für mich das Leben. Jedes Buch war wie eine kleine Sprosse, über die ich vom Tier zum Menschen aufstieg. – Maxim Gorki

Und wenn Sie beim Schmökern gerne gute  Musik hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

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Otis Rush – I Got The Blues

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble, the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

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The Blues is the roots and the rest are the fruits.
Willie Dixon

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