Sickster – Roman von Thomas Melle

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Thomas Melles Romandebüt ist heißlaufende Literatur zwischen Party und Psychose. Aus Hipstern werden Sickster. Ein Höllenritt durch ein absurdes Berlin, voller Einsamer, Verstörter, Verrückter. – Deutschlandradio Kultur

„Sickster“ ist ein ebenso sprachgewaltiger Roman wie Dunkle Stadt Bohane. Und auch hier beleuchtet dieses Sprachfeuerwerk keine strahlend schöne, sondern verdammt düstere, dem Untergang geweihte Seelen. Ein Alptraum von einem Buch. Gute Nacht…

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Thomas Melle, geboren 1975 in Bonn, lebt und arbeitet als Schriftsteller in Berlin. 2011 mit „Sickster“ auf der Longlist beim Deutschen Buchpreis, 2014 mit „3000 Euro“ auf der Shortlist beim Deutschen Buchpreis.

Thomas Melle – Sickster

Zwei junge Männer stehen an vorderster Front einer überhitzten Konsum- und Leistungswelt – und halten stand, bis die Beschleunigung ihr Leben erfasst, überwuchert: Der idealistische Magnus Taue schreibt für das Kundenblatt eines Ölkonzerns, fühlt sich als Loser und hasst seine Arbeit mit der Wut eines Schläfers. Thorsten Kühnemund, Manager und Macho, leidet insgeheim am erfolgreichen Hochglanzleben voller Druck und Alphatierneu­ro­sen, er betäubt sich mit Alkohol, schnellem Sex und Abstürzen im molochartigen Clubbing der Stadt. Aus Schulzeiten bekannt, freunden die beiden sich zögerlich an. Doch dann brechen die Fassaden ein. Magnus fühlt sich zu Thorstens Freundin Laura hingezogen, und alle drei strudeln ins Haltlose. So beginnt eine Suche nach irgendeiner Wahrheit des Empfindens, Denkens und Tuns – eine Suche im Rausch, Schmerz und Wahn, und in der eigenen Seele …  Einfühlsam und radikal erforscht Thomas Melle ein sich immer schneller um ein leeres Zentrum drehendes Leben – bis an die Grenzen des Ichs und darüber hinaus. «Sickster» ist ein großes diag­nostisches Zeitbild – und das Romandebüt eines Autors, dessen Sprache, so Iris Radisch, «bis ins letzte Komma aufgeladen» ist. – Rowohlt Klappentext

Thomas Melles Romandebüt ist heißlaufende Literatur zwischen Party und Psychose. Aus Hipstern werden Sickster. Ein Höllenritt durch ein absurdes Berlin, voller Einsamer, Verstörter, Verrückter. – Deutschlandradio Kultur

Thomas Melles Roman Sickster ist, wie der Titel schon verrät, ein durch und durch krankes Buch. Dieses Buch handelt nicht von einer Krankheit. Es ist die Krankheit selbst. Dieser Radikalität in Inhalt und Form muss man Respekt zollen; man findet sie so nicht oft in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Sickster ist, keine Frage, ein so verwirrendes wie mitreißendes Buch, in jeder Hinsicht überschießend, maßlos, weniger Ferndiagnose als vielmehr Selbsttherapie. – ZEIT

Wo andere Texte kokett mit roten Tüchern wedeln, riecht dieser nach echter Gefahr. Wenn man ihn sticht, dann blutet er. Wo andere Autoren sportlich sind, hat dieser Kraft. Nun wird der deutsche Literaturbetrieb sich in seiner ganzen Gouvernantenhaftigkeit darüberbeugen und versuchen müssen, mit seinem „Wirklich sehr begabt!“-Gemurmel alles zu einem Mittelmaß zu zermahlen, vor dem sich niemand mehr fürchten muss. Da muss er durch. Thomas Melle ist ein großer Schriftsteller. – Cicero

Von Beginn an ist dabei ein entschiedener Wille zur Verdichtung am Werk, zu originellen Formulierungen, neuen Metaphern, zum One-Liner, zur Liste und zum poetischen Kunststück. Auch das Zitat wird nicht gescheut, straight oder verballhornt, von Goethe, Brecht und Benn bis in die Tiefen des Indie-Rock. Dazu die Ingredienzien des avancierten Popromans: Theoriekompetenz, narratologische Vielfalt, World Wide Web und Selbstreflexion sowieso. Mit anderen Worten: Sickster will sehr viel auf einmal. Aber er liefert auch… diesen feiernswert reichhaltigen Erstlingsroman: hoher Anspruch, gute Sätze, punktgenaue Landung – eine echte Perspektive für die deutsche Literatur! – taz

Mit seinem fulminanten Debütroman „Sickster“ legt der Berliner Autor Thomas Melle ein umwerfendes Requiem auf einen pervertierten Kapitalismus vor. „Sickster“ ist ein Buch über Lebens- und Systemfehler, so nah am Jetzt, dass es wehtut. Ein Satzjongleur in einem Laboratorium der Wörter. Waghalsig, ja! Aber in jeder Hinsicht virtuos. – Welt

Schmerz ist eine heiße Waffe: Thomas Melle entwirft in „Sickster“ ein düsteres Bild unserer Zeit. Der Roman erzählt eine abenteuerliche und traurige, anrührende und menschliche Geschichte. Man muss „Sickster“, der auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis steht, auch als politischen Roman lesen, der dank seines psychologisch klugen, moralisch aufgeladenen Blicks engagiert Stellung bezieht. Grausam, liebevoll und präzise sind diese Passagen geschrieben, in denen Thomas Melles ohnehin vibrierende, hochmelodische Sprache zu glühen beginnt. – FAZ

Melles Figuren agieren in Berlin. Sie fühlen sich längst wie durchgekaut und ausgekotzt. Torkeln durch die Clubs, clubbing on tour, Bettenhopping ohne Lust, sie betäuben ihre bisherige Sucht Kapitalvermehrung mit Alkohol, immer mehr, immer öfter, nüchtern geht nichts mehr. Dann Drogen, erst weiche, später harte, dann alles zusammen. Ihr Leben verlagert sich in die Fiktion. Sie werden zu Schatten ihrer bisherigen Existenz, ohne Bindung, auf der Suche nach einem Sinn trudeln sie ins Nichts. Bis die Außenwelt sie aussortiert. In die Methadon-Abhängigkeit, in die Anstalt. In die Isolierung. Dieses Romandebüt hat nicht nur Überzeugungskraft und eine ganz eigene Sprache, es entblößt nicht nur seine Figuren, sondern das System, in dem sie agieren, dem sie dienen und das sie erbarmungslos zerstört, als ihr Nutzen infrage steht. – Freitag

Thomas Melle

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