Dankbarkeit – Lebensbilanz von Oliver Sacks

Thank-You-Smiley-Luftballon_280x320

Vor allem aber war ich ein fühlendes Wesen, ein denkendes Tier auf diesem schönen Planeten, und schon das allein war ein wunderbares Privileg und Abenteuer. – Oliver Sacks

Ich bin 67 und gesund, was nichts daran ändert, daß ich sterben werde. Da ich allen wichtigen Lebensthemen grundsätzlich nicht aus dem Weg, sondern sie frontal angehe, habe ich während der letzen Jahre auch viele Bücher über das Altern & Sterben gelesen, z.B. Dieser Mensch war ich – Nachrufe auf das eigene Leben. Über das Altern & Sterben wie gesagt, nicht über den Tod, denn über den Tod gibt es nichts zu sagen, schließlich ist von dort noch keiner zuückgekommen, um uns davon zu berichten.

Sei deiner Mutter dankbar, daß sie dir zu dem Abenteuer: Leben verholfen hat. Es ist ein Abenteuer mit unausweislich letalem Ausgang. Aber einmal zumindest, glaube ich, sollte es doch jeder mitmachen – obschon ich dir nicht recht sagen könnte, warum. – Alfred Polgar

Oliver-Sacks_300x340

Der Autor

Oliver Sacks – geboren am 9. Juli 1933 in London, gestorben am 30. August 2015 in New York City – war ein britischer Neurologe und Schriftsteller. Er war weltweit bekannt durch seine populärwissenschaftlichen Bücher, in denen er komplexe Krankheitsbilder anhand von Fallbeispielen in zwanglos-anekdotischem Stil allgemeinverständlich beschrieb.

Das Buch

Am 30. August 2015 starb Oliver Sacks in New York. In seinen letzten Lebensmonaten hat er eine Reihe von Aufsätzen geschrieben und veröffentlicht, in denen er über das Altern, über seine Krankheit, über den nahenden Tod nachdenkt – und in denen er seine Dankbarkeit ausdrückt für alles, was er in 82 Jahren erleben durfte. Es sind anrührende, meditative Texte über die grundlegenden Fragen von Leben und Tod, Glauben und Wissen. – Verlagsinfo

Der Inhalt

Ich empfinde das hohe Alter nicht als einen Lebensabschnitt zunehmender Trostlosigkeit, den man ertragen und so gut wie möglich überstehen muss, sondern als eine Zeit der Muße und Freiheit, der Freiheit von den künstlichen Zwängen früherer Tage, der Freiheit, alles zu erkunden, wonach mir der Sinn steht, und die Gedanken und Gefühle eines ganzen Lebens zusammenzufügen.

Ich kann nicht behaupten, ohne Furcht zu sein. Doch mein vorherrschendes Gefühl ist das der Dankbarkeit. Ich habe geliebt und wurde geliebt, ich habe viel bekommen und ein wenig zurückgegeben; ich habe gelesen und ferne Länder bereist und gedacht und geschrieben. Ich hatte Verkehr mit der Welt, den ganz besonderen Verkehr der Schriftsteller und Leser.

Vor allem aber war ich ein fühlendes Wesen, ein denkendes Tier auf diesem schönen Planeten, und schon das allein war ein wunderbares Privileg und Abenteuer.

Jetzt, schwach, kurzatmig, meine einst festen Muskeln von Krebs aufgezehrt, stelle ich fest, daß meine Gedanken sich immer weniger mit den spirituellen Dingen beschäftigen, sondern zunehmend mit der Frage, was es heißt, ein gutes und erstrebenswertes Leben zu führen.

Die Presse

Nach seiner Krebsdiagnose blieben ihm nur wenige Monate zu leben. Der Neurologe Oliver Sacks nutzte sie, um in drei Essays Abschied vom Leben zu nehmen. Ein Lehrstück, wie man ohne Bitterkeit stirbt. Jetzt hat der Rowohlt-Verlag die letzten Worte des Oliver Sacks unter dem Titel „Dankbarkeit“ zu einem dünnen Buch gebündelt. Bei der Lektüre stellt sich eine komplizierte Art von prophylaktischem Neid ein. Der Leser, jedenfalls dieser hier, denkt im Stillen: So wie Dr. Sacks möchte ich auch mal sterben. Gelassen, vollkommen klar, beinahe furchtlos und eigentlich heiter. Philosophieren heißt sterben lernen, hat Montaigne gesagt. Von Sacks kann man lernen, wie wahr das ist. – WELT

Von seinem ersten Buch über Migränepatienten (1970) an versuchte Oliver Sacks die Erkrankungen des Gehirns von ihren Tabus zu befreien so wie die Betroffenen von ihren gesellschaftlichen Stigmatisierungen – ob es um Halluzinierende, Farbenblinde oder Gehörlose ging, um Parkinsonpatienten, Amnestiker oder Autisten. Die individuell einzigartigen, oftmals bizarren Welten, in denen diese Menschen leben mussten, vermittelte Sacks in Fallgeschichten, die von immensem Fachwissen, menschenfreundlicher Empathie, einer schier unstillbaren Neugier auf die Geheimnisse des Gehirns und nicht zuletzt von einem stupenden Erzähltalent zeugen. Sacks war, ebenso wie einst Sigmund Freud, gleichermassen Arzt wie Schriftsteller. So wurden etliche der von ihm geschilderten Fälle zu Vorlagen für Opern und Theaterproduktionen. Der Film «Awakenings – Zeit des Erwachens» (1990) mit Robert De Niro und Robin Williams – er erzählt von Sacks Behandlungserfolgen bei als unheilbar geltenden Fällen von Europäischer Schlafkrankheit – liess Sacks endgültig zum wohl berühmtesten Neurologen der Welt werden. – NZZ

Was Sacks von anderen Autoren aus der Medizin unterschied, war sein verblüffend fesselndes Talent zum Erzählen. Hier – wie aus allen Büchern – sprach einer, der nicht in Worte und Sätze gefasste Wellnesskuren verabreichte, sondern ein Essayist, der seinen Gegenstand für eine wollende Leserschaft ausbreitete. Sacks wurde schließlich berühmt durch einen 1990 produzierten Film mit Robin Williams und Robert de Niro: „Zeit des Erwachens“ war ein Kinokassenschlager. – taz

Oliver Sacks

Und wenn Sie beim Schmökern & Sterben lernen gerne gute Musik hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

Rilke-BluehtEinBaum-TodLeben_400x300.jpg

Ich habe immer das Leben gleich angesehen: als tragisch, aber mit der Aufgabe, es zu leben. Ein Satz, den ich vor mehreren Jahren schrieb, spricht es aus: „Das Leben ist ein tödliches Gesetz und ein unbekanntes. Der Mann, heute wie einst, vermag nicht mehr, als das Seine ohne Tränen hinzunehmen!“ Dieses an der Antike gebildete Gefühl stand über jeder meiner Stunden. – Gottfried Benn

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Harry Manx – Death Have Mercy

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble, the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

Banner-Bluesdiary_480x100

The Blues is the roots and the rest are the fruits.
Willie Dixon

Viewed 4820 times by 999 viewers

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.