Soloalbum – Benjamin von Stuckrad-Barre leidet solo

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Einen besseren Chronisten unserer Zeit
gibt es einfach nicht. – ZEIT

Benjamin von Stuckrad-Barres Autobiografie Panikherz ist derzeit in aller Rezensenten Munde. Ich habe mir seinen älteren Debütroman Soloalbum (1998) angehört. Eine gewohnt gewöhnliche Trennungsgeschichte, aber ungewöhnlich gut erzählt. Hören Sie selbst.

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Benjamin von Stuckrad-Barre

Benjamin von Stuckrad-Barre – geboren am 27. Januar 1975 in Bremen – ist ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Moderator. Seine literarischen Werke werden zumeist der Popliteratur zugerechnet. – Wikipedia

Das Buch

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Der Ich-Erzähler, der Verlassene, ist Anfang zwanzig und die Hauptfigur im ersten Roman von Benjamin von Stuckrad-Barre. „Soloalbum“ ist eine Geschichte vom Leben nach der Liebe, von der Einsamkeit, den Selbstzweifeln, der Enttäuschung und der Flucht. Von der Zeit danach, wenn man die Abende zu Hause verbringt, alleine mit 60 Fernsehkanälen. Wenn man hin und wieder auf Partys geht und Frauen trifft, die Reggae mögen, Taxifahren „dekadent“ finden und in ihrer WG „Folien-Fleischwurst“ essen. Also Frauen, mit denen man besser nichts anfängt. Statt dessen onaniert man in den Dünen und liest die Zweitausendeins-Gesamtausgabe von Jörg Fauser. – Spiegel

Die Leser

Jugend der Welt – kauf dieses Buch und lies es! – Harald Schmidt

„Während der Zeit mit Katharina habe ich verschiedentlich an Soloprojekten gearbeitet. Die hießen lsabell, Susanne, Katinka zum Beispiel.“ Aber nachdem Katharina ihm per Fax die Liebe aufgekündigt hat, bedeutet sie ihm mehr als je zuvor. „Soloalben sind fast immer scheiße.“ Stuckrad-Barre gelingt ein scharfer und oft auch witziger Blick auf die Gegenwart. Daß er gnadenlos genau beobachten kann, das muß man Stuckrad-Barre lassen. All die kleinen Momente des Wiedererkennens machen das Buch trotz seiner pubertären Arroganz lesenswert. All die kleinen Momente des Wiedererkennens machen das Buch trotz seiner pubertären Arroganz lesenswert. – WELT

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Die Realität, die der Erzähler flieht, ist hart: Katharina hat ihn verlassen. Daß sie die große Liebe seines Lebens war, weiß er erst, nachdem sie auf und davon ist. „Sie ist weg. Wegwegweg“, lamentiert er. „Wenn ich blöd wäre, würde ich ein deutsches HipHop-Lied schreiben. Aber ich bin klug und gehe mich betrinken.“ Der Rausch ist hier die einfachste Flucht aus ärgerlichen Wirklichkeiten. Der Erzähler tröstet sich mit anderen Frauen, und über die Abwesenheit des großen Glücks hilft er sich mit kleinen Glückseligkeiten hinweg: auf Festen, in Rockclubs und in Bars. Die Orte und die Menschen, die man dort trifft, skizziert Stuckrad-Barre treffend: Im Typischen und Alltäglich-Lächerlichen seiner Beschreibungen liegt der Humor des Buches. Wenn der Erzähler einer Schönheit namens Beate begegnet, heißt es: „Und ich dachte immer, Beates seien etwas trampelig und würden ständig Jugendgruppen in den Harz begleiten.“ Deshalb ist „Soloalbum“ sympathisch, aber wenig aufregend. Das Buch gleicht einer Schallplatte mit einer Endlosrille am Ende. Die Beschreibungsmaschine des Autors läuft und läuft. Man liest das gerne. – FAZ

„Auch Deutsche unter den Opfern“ heißt Stuckrad-Barres neues Buch und versammelt Reportagen, die in den vergangenen Monaten für seinen jüngsten Arbeitgeber, den Axel Springer Verlag, also in Welt, Welt am Sonntag, B.Z. usw., erschienen sind. Und wer sie liest, das gleich vorweg, ist sich eines gewiss: Einen besseren Chronisten unserer Zeit gibt es einfach nicht. Derartige Momente des Allzumenschlichen sind grotesk, man errötet entsetzt vor dem Beobachter. Stuckrad-Barre ist ein Meister darin, sie aufzuspüren. – ZEIT

Benjamin von Stuckrad-Barre

Bitte besuchen Sie : Rudis Bibliothek : Herzlich Willkommen

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