Der Mann mit der Bombe – Roman Noir von Christian Roux

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Wenn man wirklich wissen will, wie es einem Land geht, wie es in einem Land zugeht unterhalb der medial vermittelten Oberfläche, muss man Krimis lesen. Die richtigen, versteht sich. Zum Beispiel den von dem „Mann mit der Bombe“. – WELT

Die Ökonomen sind sich weitgehend einig: Frankreich wird das nächste Land sein, das im Strudel von Raubtierkapitalismus, Globalisierung & Digitalisierung absäuft. Warum? Das erzählt Ihnen Christian Roux sehr anschaulich und brutal in seinem Roman Noir „Der Mann mit der Bombe“. Hören Sie gut zu, es lohnt sich.

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Der Autor

Christian Roux wurde am 1. Juni 1963 in Chatou (Yvelines) geboren. Er ist Schriftsteller, Autor und Komponist und lebt in Civry-la-Forêt. Er übte die verschiedensten Berufe aus: Lehrer, Hirte, Buchhändler, Kassierer, Lagerhalter, Kurier, Maschinist, Barmann, Pianist und Anstreicher. Nach erfolgreicher musikalischer Zusammenarbeit mit der Theater- und Filmwelt veröffentlichte er im Jahr 2007 unter seinem eigenen Namen das Album Défardé (Nicri Produktion / Mosaic Music).

Das Buch

„Der Mann mit der Bombe“ spielt auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise in Frankreich. Es grassiert die Arbeitslosigkeit. Auch Tontechniker Larry verliert seine Stellung. Nach unzähligen Vorstellungsgesprächen zeichnet sich immer deutlicher ab, dass er auf dem Arbeitsmarkt keine Chance hat. Die Hoffnungslosigkeit trifft nicht nur ihn selbst hart, sondern auch seine Frau Sophie und die zehnjährige Tochter. Die aussichtlose Lage treibt Larry dazu, eine Bombenattrappe zu bauen und sie in seinem vorerst letzten Vorstellungsgespräch zu testen. Mit durchschlagender Wirkung. So beschließt er, mit Hilfe der Bombe eine Bank zu überfallen. Dumm nur, dass die Bank in eben diesem Moment von einer jungen Frau und ihren Komplizen überfallen wird. Die Sache endet blutig, Larry wird zur Geisel und dreht den Spieß um, als er mit Hilfe der falschen Bombe seinerseits die junge Frau als Geisel. Ein intensives Road-Movie, das anwächst zu der burlesken Tragikkomödie einer Liebesgeschichte und ein verstörendes Abbild unserer Gesellschaft liefert. – Verlagsinfo

Die Presse

Wir müssen leider an dieser Stelle eine Empfehlung wiederholen, die wir an dieser Stelle schon häufig wiederholt haben. Wenn man wirklich wissen will, wie es einem Land geht, wie es in einem Land zugeht unterhalb der medial vermittelten Oberfläche, muss man Krimis lesen. Die richtigen, versteht sich. Nicht die, in denen gekocht wird. Die kleinen, die schmutzigen, die kurz zuschlagen und lange wehtun. Zum Beispiel den von dem „Mann mit der Bombe“, der einsamen Bankräuberin Lu und ihrer gemeinsamen sehr speziellen und sehr tödlichen Tour de France. Auf der Schussfahrt in das erwartbare Schlussdesaster wird nichts weiter verhandelt als das Leben im bröckelnden Kapitalismus, in der Krise, die eine viel größere Bedrohung ist als – sagen wir mal – eine Bombe. – WELT

Tatsächlich versagt die Politik doch gerade auf allen Ebenen: Die Arbeitslosigkeit, der Klimawandel, die Regulierung der Finanzmärkte. Es ist ein Witz, dass sich diese Regierung sozialistisch nennen darf. Die Leute sind einfach frustriert und wollen selbst anpacken. Ich glaube, Nuit debout macht es leicht für Leute, sich zu engagieren. Jeder, wirklich jeder, wird hier angehört. – ZEIT

Naturkatastrophen sind schlimm genug, aber wenn der Mensch seine Hand im Spiel hat, kommt zu Trauer und Verzweiflung eins hinzu: die Wut. In wieweit solche Katastrophen Menschen verändern können, ist ein dankbares Thema für ein Genre, das sich mit den Abgründen der Menschheit beschäftigt. Beeindruckend wahrhafte Geschichten gibt es über Typen, die durch eine Wirtschaftskrise zu Monstern geworden sind. Christian Roux erzählt eine grandiose Verlierer-Geschichte. Traurig und komisch, tiefschürfend und spannungsgeladen bringt der Franzose auf 150 Seiten mehr Gehalt unter als andere in dicken Wälzern. – Badische Zeitung

In „Der Mann mit der Bombe“ schreiben Sie über die Wirtschaftskrise. Warum?

Diese Krise ist nicht wirklich das Thema. Sie ist die Kulisse. Ich schreibe zeitgenössische Romane, mit Männern und Frauen, die in der Welt kämpfen, wie sie ist. Gemeinsam ist meinen Roman trotz allen Unterschieden, dass alle meine Charaktere am unteren Ende der sozialen Leiter angesiedelt sind, wenn sie auch nicht klar außerhalb dieser Ordnung stehen. Das ist der Ort, an dem die Folgen der Entscheidungen beobachtet werden können, die Menschen getroffen haben, für die die Welt aus Statistiken besteht. X Millionen Arbeitslose, X Millionen Arme. Aber eine Million, das sind eine Million Individuen, eine Million schockierende, zerstörte Geschichten. Ich interessiere mich für diesen Teil der Million: für die Einzigartigkeit des Individuums.

Und nun zu der Frage, die ich immer stelle: Was ist Noir für Sie?

Der roman noir porträtiert Frauen und Männern, die zutiefst an der globalen sozialen Ungleichheit leiden, in welcher uns der Finanzkapitalismus weiterhin festhält. Er beginnt in dem Moment, in dem diese sich im Würgegriff befindenden Männer und Frauen die Grenze der Legalität überschreiten und unwiderruflich in die Gewalt kippen. – Polar Noir

Christian Roux

Lesen macht die Menschen empathischer, kenntnisreicher, öffnet ihren Horizont, macht sie zu besseren Bürgern und besseren Menschen. So erging es mir, und dazu will ich bei anderen beitragen. – Richard Ford

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Für mich gibt es heute nichts Anziehenderes
als eine Frau, die liest.
Jonathan Franzen

Und wenn Sie beim Schmökern gerne gute Musik hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

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Tom Rush – I Don’t Want Your Millions Mister

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble, the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

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The Blues is the roots and the rest are the fruits.
Willie Dixon

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