Christopher Hitchens – Endlich : Mein Sterben

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Auf die dumme Frage: »Warum ich?«
gibt das Weltall sich kaum die Mühe,
auch nur »Warum denn nicht?« zu antworten.
Christopher Hitchens

Rudi, 67, lebt. Rundum gesund und putzmunter. Noch. Was mich nicht daran hindert, mich Tag für Tag mit dem Tod auseinanderzusetzen. Der meine Herkunftsfamilie komplett ausgerottet und auch viele andere Menschen um mich herum erbarmungslos gekillt hat. So auch den brillanten Schriftsteller & Journalisten Christopher Hitchens mit einem mörderischen Speiseröhrenkrebs. Punkt. Aus. Ende.

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Der Autor

Christopher Hitchens, geboren am 13. April 1949 im englischen Portsmouth, war als Buchautor und Auslandskorrespondent, Essayist, Literaturkritiker und Dozent tätig. Er schrieb regelmäßig u.a. für die New York Times, Slate, Vanity Fair und das Wall Street Journal. 2007 erschien sein Buch „Der Herr ist kein Hirte“ im Blessing Verlag, 2011 sein Essay „Der Feind“. Am 15. Dezember 2011 erlag Christopher Hitchens einer langen Krankheit.

Das Buch

Ehe mir vor einem halben Jahr die Diagnose gestellt wurde, daß ich Speiseröhrenkrebs habe, teilte ich den Lesern meiner Memoiren recht kess mit, ich wolle angesichts des Lebensendes, der Auslöschung, ganz und gar bei Bewusstsein bleiben, hellwach, um den Tod im aktiven Sinne »zu erleben«, nicht im passiven. Und ich versuche immer noch, diese kleine Flamme der Neugier und des Widerstands zu nähren – willens, dem Lebensfaden bis ans Ende zu folgen, wünschend, es möge mir nichts erspart bleiben, was zur ganzen Spanne eines Menschenlebens gehört. – Christopher Hitchens

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Als guten Zug des Todes kann man immerhin sehn:
Man braucht dazu nicht eigens aufzustehn.
Wo du auch grade liegst und wohnst,
Man bringt ihn dir – o ja: umsonst.
Kingsley Amis

 Die Presse

Christopher Hitchens war polemisch und arrogant. Dazu hatte der US-Brite gute Gründe: Verband er doch intellektuelle Brillanz mit großem Unterhaltungstalent. Seine Feinde fürchteten sie, seine Freunde knieten vor ihnen nieder: seine Sätze. Denn sie trafen. Nicht immer ins Schwarze, aber immer einen Nerv. Christopher Hitchens gehörte zu den bekanntesten und umstrittensten Kolumnisten und Kommentatoren in den USA, seit er 1981 dorthin immigrierte. – taz

Was heisst Sterben? Hitchens gibt eine von vielen möglichen Antworten. Es ist die Antwort eines überzeugten Atheisten. – St.Galler Tagblatt

Dies ist kein trostreiches Buch. Aber ein aufrechtes, ein wahrhaftiges – eines, das man so schnell nicht vergisst. – Badische Zeitung

Es gibt nicht viele Menschen auf der Welt, die so brillant schreiben wie er es konnte – wofür oder wogegen auch immer. – DR Kultur

Mit seinem letzten Werk hat er sich so ein würdiges Denkmal gesetzt. Aber daraus zu folgern, Hitchens sei würdevoll gestorben, wäre falsch. Denn dies hieße, sich in das von ihm verhasste Klischee zu flüchten. Sich dieser Versuchung auch in seinen letzten Tagen verweigert zu haben, macht Hitchens’ Größe aus. Aber auch das kann sein elendes Sterben nicht versüßen. Denn wer dem Krebs zum Opfer fällt, daran lässt er keinen Zweifel, stirbt einen unumgänglich unwürdigen Tod. – ZEIT

„Mehr als einmal im Leben habe ich mich wie der Tod gefühlt. Aber nichts davon war eine Vorbereitung auf jenen Junimorgen, als ich aufwachte und mich fühlte, als sei ich an meine eigene Leiche gekettet.“ So beginnt das letzte – übrigens wirklich das letzte, nicht das jüngste – Buch von Christopher Hitchens.

Freund Hein – in welcher anderen Sprache als dem Deutschen wird der Tod eigentlich als Freund bezeichnet? –, Freund Hein also erwischte Christopher Hitchens auf dem Höhepunkt seines Ruhms. Wäre es denn besser gewesen, fragt er, wenn die Krebsdiagnose ihn erwischt hätte, während er gerade verkannt am Hungertuch kaute? Die so einfache wie bestürzende Wahrheit ist: Der Tod kommt immer ungelegen. Er ist eben kein Freund, sondern unser ältester Feind. Hitchens war ein schwerer Raucher, sein Alkoholkonsum war legendär, nun legte ihm das Leben achselzuckend die Rechnung vor.

Lässt sich aus alldem etwas lernen? Gewiss doch. Nämlich dies: Das ganze Gerede vom „würdigen Tod“ ist so viel wert wie der Inhalt einer Bettpfanne. Aller Phrasen entkleidet, lautet die nackte Wahrheit: Mit der tödlichen Krankheit bleibt jeder allein, und am Ende krepiert der Mensch wie ein Tier. Wenn es keinen Gott und keine Auferstehung gibt, da hat Christopher Hitchens schon recht, dann gibt es keinen Trost. – WELT

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Wir sind Ratten in einem Rennen in den Tod.
Tomi Ungerer

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Lucky Peterson – Death Don’t Have No Mercy

Christopher Hitchens

Auf die dumme Frage: »Warum ich?«
gibt das Weltall sich kaum die Mühe,
auch nur »Warum denn nicht?« zu antworten.
Christopher Hitchens

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Am Ende des Lebens ist das Leben zu Ende.
Der Tod öffnet keine Tür, er schlägt eine zu.
Rudi Lehnert

Und wenn Sie beim Nachdenken über Ihr Leben & Sterben gerne gute Musik hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

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Calvin Russell – The Hole

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble, the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

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Willie Dixon

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