Ishmael Toffee – Thriller von Roger Smith

„Mein Schreiben soll nicht heilen, es soll erschrecken und beunruhigen.“ – Roger Smith

Roger Smiths Bücher gehören zum Besten, womit Sie Ihren Krimi-Hunger stillen können: Staubige Hölle & Blutiges Erwachen haben Sie schon verschlungen? Dann wartet jetzt „Ishmael Toffee“ auf Sie. Wieder ein feiner, allerdings auch brutaler Krimi-Leckerbissen, wie man das von Roger Smith nicht anders gewohnt ist. Wohl bekomm’s!

Roger Smith

Roger Smith, geboren 1960, renommierter Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent. Thema seiner Kriminalromane ist die Gewalt in der südafrikanischen Gesellschaft; sie spielen in seiner Wahlheimat Kapstadt und in den Cape Flats. Er möchte mit seinen Werken insbesondere auf die Kluft zwischen Reich und Arm und die daraus resultierende Gewalt in Südafrika hinweisen. Roger Smith lebt und arbeitet in Kapstadt.

Das Buch

Ishmael kommt aus dem Gefängnis, in dem er saß, weil er mehrere Menschen ermordet hat. Jetzt ist er frei, will nie mehr dorthin zurück und arbeitet als Gärtner. Seine erste Aushilfsstelle tritt er bei Mr. Goddard an, einem weißen Anwalt, der eine Villa in einer Weißen-Anwalt-Gegend hat. Seit seine Frau sich das Leben genommen hat, lebt er allein mit seiner kleinen Tochter Cindy und dem Hausmädchen Florence. Ishmael möchte am Leben der Goddards keinen Anteil haben. Er arbeitet im Garten, fertig. Doch da ist auch Cindy, die ihn ins Herz geschlossen hat. Und die ihm schließlich gesteht, dass ihr Vater sich an ihr vergeht… – Verlagsinfo

Roger Smith über Kapstadt

Obwohl auf gesetzlicher Ebene die Apartheid beendet wurde, ist sie immer noch eine ökonomische Realität. Es ist traurig und eine Schande für Südafrika, dass es den Schwarzen und mixed races , die am meisten unter der Apartheid gelitten haben, immer noch am schlechtesten geht. Nur sehr wenige haben von den Veränderungen der letzten zwanzig Jahre profitieren können. Einige Dinge haben sich sogar verschlechtert.

Polizisten werden so schlecht bezahlt, dass sie sich Nebeneinkünfte verschaffen müssen. Polizeiarbeit ist wahnsinnig gefährlich. Eine Patrouille in den Townships wird schon mal beschossen, weil sie mit Blaulicht unterwegs ist. Da passiert es leicht, dass ein junger idealistischer Polizist bei den Gangs landet. Die Statistiken sagen: Es sind 80 bis 90 Prozent, die auf die eine oder andere Weise mit den Gangs in den Cape Flats verbandelt sind. Die Polizei ist korrupt und ineffektiv. Leider ist das so. Vor zwei Jahren wurde der nationale Polizeichef wegen Bandenverbrechen zu fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt. Vor vier Monaten musste sein Nachfolger gehen, wegen Korruption. Und das sind die Spitzencops! Was soll man da über einen Korporal in den Flats sagen.

Gewalt gegen Kinder ist eine Epidemie in den Flats. Es ist empörend, wie viele Kinder vergewaltigt und getötet werden. Diese Gewalt wird von Generation zu Generation weitergegeben. Oft bringen Väter ihren Söhnen bei, wie man Kinder missbraucht. Besonders schlimm ist es, dass nur wenige darüber sprechen. Meine Frau ist in den Flats aufgewachsen. Kinder, die sexueller Gewalt ausgesetzt waren, wurden ausgegrenzt. Niemand wollte mit ihnen spielen. Es ist immer noch das größte Tabu. Dabei hat jedes Krankenhaus in den Flats eine Spezialabteilung für missbrauchte Kinder. – Roger Smith @ ZEIT

Die Leser

Neben Wein sind Krimis der erfolgreichste Export Südafrikas. In den Bestsellern von Autoren wie Deon Meyer oder Roger Smith spiegelt sich das politische Unglück des Landes. Doch das ist nicht ihr einziges Erfolgsgeheimnis. Der Erfolg von Roger Smith bietet dafür ein gutes Beispiel. Seine Schockeffekte verlassen sich auf eine holzschnittartige Mobilisierung von Furcht und Mitleid: Smiths Antihelden sind durch Vergewaltigungen im Gefängnis Pollsmoor gezeichnet; sein Kapstadt präsentiert sich als symbolisch geordnete Topographie, in der der Armutshölle der Cape Flats die gleißenden Fassaden der Goldküste von Sea Point gegenüberstehen; sein Afrika erscheint immer noch als Hort der Finsternis, an dem archaische Gewalt unter der Oberfläche politisch korrekter Floskeln brodelt. – FAZ

Herr Smith, als ich einer Krimi lesenden Freundin erzählte, dass ich Sie heute zum Gespräch treffe, sagte sie: Oh Gott! Weil sie Ihre Krimis zwar, wie ich, schätzt, aber sie äußerst brutal findet. Müssen sie so brutal sein?

Die Wahrheit ist, dass Südafrika unglaublich brutal ist. Nicht nur gibt es eine Menge Verbrechen, es ist auch die Art von Verbrechen: Der Grad von Brutalität ist hier ganz außergewöhnlich. Es ist nicht, wie wenn man in Skandinavien Kriminalromane schreibt, wo zwischen Bücherdeckeln viel mehr Menschen sterben als in den Straßen Stockholms. Wenn man in Südafrika schreibt, muss man in gewisser Weise die Opfer ehren, darf man die Gewalt nicht trivialisieren. Ich versuche, so vom Verbrechen zu erzählen, dass die Menschen wirklich schockiert sind. Mein Schreiben soll nicht heilen, es soll erschrecken und beunruhigen.

Beschweren sich gelegentlich Leser bei Ihnen über den Grad der Gewalt in Ihren Thrillern?

Nein. Es wird immer Menschen geben, die so Dunkles nicht lesen wollen. Aber es herrscht eine gewisse internationale Übereinkunft, dass meine Bücher in die Noir-Ecke gehören, und Leute, die dies lesen, stellen sich darauf ein, dass meine Bücher eben dunkel sind. – FR

Das mit Gott in Kriminalromanen ist so eine Sache. Normalerweise meidet der Alte den Thriller wie der Teufel das Weihwasser. Selbst wenn der an Orten spielt, die Paradise Park heißen oder so aussehen, als würden da Milch und Honig fließen. Ist nämlich meistens gelogen. Das vergiftete Paradies heißt Südafrika, die bestgetarnte Höllenmetropole Kapstadt. Und der – neben Deon Meyer – brutalstmögliche, schonungsloseste Botschafter von Kapstadt wiederum heißt Roger Smith. Niemand einigermaßen Meyer- oder Smith-Belesene wäre vor zwei Jahren ohne kugelsichere Weste zur Vuvuzela-Fußball-Weltmeisterschaft ans Horn von Afrika gefahren. Er hätte es wahrscheinlich komplett gelassen. – WELT

Roger Smith

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Je mehr ich las, um so enger wurden meine Beziehungen zur Welt, um so leuchtender und bedeutsamer wurde für mich das Leben. Jedes Buch war wie eine kleine Sprosse, über die ich vom Tier zum Menschen aufstieg. – Maxim Gorki

Herzlich : Rudis Bibliothek : Willkommen

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