Ich kann kein Volk mir denken, das zerrißner wäre, wie die Deutschen. Handwerker siehst du, aber keine Menschen, Denker, aber keine Menschen, Priester, aber keine Menschen, Herrn und Knechte, junge und gesetzte Leute, aber keine Menschen - ist das nicht, wie ein Schlachtfeld, wo Hände und Arme und alle Glieder zerstückelt untereinanderliegen, indessen das vergoßne [...]
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Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht.
Kurt Tucholsky
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Als normal gilt, die Virginität im allgemeinen zu heiligen und im besonderen nach ihrer Zerstörung zu lechzen.
Karl Kraus
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Das Streben des Menschen, das Ziel, für das er seine Ehre einsetzt, besteht darin, Natur und Vernunft zuwider zu handeln.
Der männliche Partner ist für viele kurzlebige Liebesverhältnisse geschaffen: Man zwingt ihm in Gestalt der Ehe eine einzige und beständige Liebe auf. Das Kind mißachtet von Natur aus seine Eltern und nimmt an ihnen kein Interesse; [...]
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Spaß haben … das heißt: gut drauf sein, und das heißt: fit sein. Fitness ist allerdings ein Problem, wenn jemand organisch krank ist. Eine kaputte Lunge ist mit Jogging kaum hinzukriegen und eine defekte Niere nicht mit Hanteltraining.
Da hilft nur der Austausch. Aber der ist wiederum ethisch umstritten, schließlich müssen Ersatzorgane absolut frisch sein, also [...]
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Spaß haben … das heißt: Geld haben und Sex haben. Und warum? Was wollen wir damit? Spaß haben. Guten Spaß haben. Das ist das eigentliche Ding, und das bedeutet: Cabrio, Stereo, Verdeck auf, Stinkefinger raus und ab in die City. Hip sein, Spaß haben, gut aussehen, zu Fuß gehen nur, wenn der Retriever abkacken soll.
Und [...]
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Posted in Alltag, Bourgeoisie, Dummheit on Nov 28th, 2007
“Ich war gestern in Melk - das war a Wetter”, sagt einer plötzlich auf der Eisenbahn zu mir. “Der Eder soll g’storben sein, der kaiserliche Rat”, sagt einer am Nebentisch plötzlich zu mir. “Großer Mann geworden!” sagt einer in ganz anderem Tonfall plötzlich auf der Elektrischen zu mir und zeigt nach einem, der soeben ausgestiegen [...]
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Posted in Bourgeoisie on Nov 28th, 2007
Ich halte die Politik für eine mindestens ebenso vortreffliche Manier, mit dem Ernst des Lebens fertig zu werden, wie das Tarockspiel, und da es Menschen gibt, die vom Tarockspiel leben, so ist der Berufspolitiker eine durchaus verständliche Erscheinung. Um so mehr, als er immer nur auf Kosten jener gewinnt, die nicht mitspielen. Aber es ist [...]
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Mit tierischer Geschäftigkeit häuft man einen Berg von Reichtum an,das Leben aber bleibt dabei arm.
Epikur
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Die Sexualität ist für die ganze Menschheit von einer Atmosphäre der Ambivalenz umgeben, weil die sexuellen Befriedigungen und die Ansprüche der Gesellschaft in grundlegender Weise unvereinbar sind. Die erwachende Sexualität treibt den Jugendlichen, das Familienmilieu, in dem er erzogen wurde, zu verlassen, um sich der Vormundschaft zu entziehen und eine andere Familie zu gründen, die [...]
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