Eine Gesellschaft Stachelschweine

Eine Gesellschaft Stachelschweine

Eine Gesellschaft Stachelschweine drängte sich, an einem kalten Wintertage, recht nahe zusammen, um, durch die gegenseitige Wärme, sich vor dem Erfrieren zu schützen. Jedoch bald empfanden sie die gegenseitigen Stacheln; welches sie dann wieder voneinander entfernte. Wenn nun das Bedürfnis der Erwärmung sie wieder näher zusammenbrachte, wiederholte sich jenes zweite Übel; so daß sie zwischen beiden Leiden hin- und hergeworfen wurden, bis sie eine mäßige Entfernung voneinander herausgefunden hatten, in der sie es am besten aushalten konnten.

So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab. Die mittlere Entfernung, die sie endlich herausfinden, und bei welcher ein Beisammensein bestehen kann, ist die Höflichkeit und feine Sitte. Dem, der sich nicht in dieser Entfernung hält, ruft man in England zu: „Keep your distance“ – Vermöge derselben wird zwar das Bedürfnis gegenseitiger Erwärmung nur unvollkommen befriedigt, dafür aber der Stich der Stacheln nicht empfunden. Wer jedoch viel eigene, innere Wärme hat, bleibt lieber aus der Gesellschaft weg, um keine Beschwerde zu geben, noch zu empfangen.

Arthur Schopenhauer

Das lange kurze Leben

Das lange kurze Leben

Überhaupt ist es eine der größten und häufigsten Torheiten, daß man weitläufige Anstalten zum Leben macht, in welcher Art auch immer dies geschehe. Bei solchen nämlich ist zuvörderst auf ein ganzes und volles Menschenleben gerechnet, welches jedoch sehr wenige erreichen. Sodann fällt es, selbst wenn sie so lange leben, doch für die gemachten Pläne zu kurz aus, da deren Ausführung immer viel mehr Zeit erfordert, als angenommen war. Ferner sind solche, wie alle menschlichen Dinge, dem Mißlingen, den Hindernissen so vielfach ausgesetzt, daß sie sehr selten zum Ziele gebracht werden. Endlich, wenn zuletzt auch alles erreicht wird, so waren die Umwandlungen, welche die Zeit an uns selbst hervorbringt, außer Acht und Rechnung gelassen, also nicht bedacht worden, daß weder zum Leisten noch zum Genießen unsere Fähigkeiten das ganze Leben hindurch vorhalten.

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Lest nicht, wie die Kinder, zum Vergnügen,
noch wie die Streber, um zu lernen,
nein, lest, um zu leben!
Gustave Flaubert

Gerade habe ich in der Eisbrecher-Bibliothek wieder ein paar Texte publiziert, denen ich eine unendliche Verbreitung wünsche. Warum? Weil sie uns leben und lieben lehren, bevor es zu spät ist. Also stelle ich hier jetzt mal einen Kanon lebensphilosophischer Klassiker auf, die jeder immer und immer wieder lesen sollte, der es mit seinem Leben erst meint und sich und sein Leben nicht verkümmern und verkommen lassen will.

Wenn Ihr Leben also mal ins Stocken gerät oder Ihnen gar der gesamte Sinn abhanden gekommen ist, finden Sie im Eisbrecher.Net(zwerk) Tag und Nacht Hilfe, die Eisbrecher-„Notaufnahme“ ist 24/7 mit hochkarätigen Geistern aus Literatur und Philosophie für Sie besetzt. Surfen Sie also einfach an meiner Sinntankstelle vor und tanken Sie Mut, Kraft und Zuversicht nach. Diese PsychoPower pur gibt’s sogar kostenlos. Der Sprit für Ihren Ferrari-Clone oder Harley Davidson-Verschnitt ist da erheblich teurer.

Endlos ist die Nacht des Leids; doch wer in der Dunkelstunde seines Mitmenschen auch nur eine Kerze entzündet hat, hat nicht umsonst gelebt. — Zenta Maurina

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