Ehrentag der Singles am 15. Februar 2018

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Nur im Alleinsein können wir uns selber finden. Alleinsein ist nicht Einsamkeit, sie ist das größte Abenteuer! – Hermann Hesse

Ehrentag der Singles am 15.2.2018

Gestern war Valentinstag & kurz davor der Welttag der Ehe. Und heute werden die Singles gefeiert. Eine weitere interessante Existenzform des Menschen im großen Zirkus des Lebens. Zu heiraten war für mich nie eine Option, ist doch die Ehe eher eine Leidens- denn Lebenform. Mit jetzt fast 70 habe ich das nie bereut und werde mich aus der Welt demnächst wohl so verabschieden:

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Zum Valentinstag : Alter schützt vor Liebe nicht

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Alter schützt vor Liebe nicht,
aber Liebe vor dem Altern.
Coco Chanel

Tom Rush – Old Man’s Song – Lyrics

Ich werde im Juni 70 und habe bis dato etwa ein Dutzend wunderbare Frauen geliebt. Beruhte auf Gegenseitigkeit, ich wurde heiß zurückgeliebt. Hielt trotzdem immer nur etwa 4 Jahre, von „Bis daß der Tod euch scheidet“ keine Spur. Macht unterm Strich 48 Jahre High Life, ein halbes Jahrhundert Lieben & Geliebtwerden, Mann kann nicht klagen. Gewöhnlich betrachtet und erlebt man die Liebe ja vom Anfang des Lebens her, heute sehe ich sie eher vom Ende her, mit 70 habe ich verständlicherweise einen anderen Blick auf die Liebe als mit 18.

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Kinder enthalten das Ideal der Menschheit

Kinder enthalten das Ideal der Menschheit. Während sie das scheinbar Sinnlose tun, spielen, werken, streunen, sieht man darin nicht die Bautätigkeit von Persönlichkeiten, die einmal Briefträger, Dienstleister, Formel1-Fahrer werden. Natürlich sagt man nicht: Da geht der werdende Trickbetrüger, Hochstapler, Jahrmarktschläger, der Urologe, der Feldwebel. Wir wollen uns Kinder „rein“ vorstellen, vorhistorisch. Lieber machen wir für ihr Abweichen und Abirren eine widrige Umwelt, schädliche Einflüsse, Traumata verantwortlich, lauter Kräfte, die eine Persönlichkeit abrupt verändern, stören, vom Pfad abbringen können, der nie ein Pfad ist. Kinder werden gedacht als die Blaupausen zu idealen Lebensmöglichkeiten, nicht als tickende Zeitbomben eines vor der Selbstentfaltung zum Amoklauf stehenden Homunkulus.

Roger Willemsen

Kein Autor schreibt, was er will, sondern was er kann

Kein Autor schreibt, was er will, sondern was er kann. Das Schreiben bietet die beste Möglichkeit, sich der eigenen Dummheit zu vergewissern. Dauernd stößt der Schreibende auf Dinge, die er nicht sein, nicht sehen, nicht auf den Begriff bringen kann. Es gibt einen Moment des Erwachens in dieser Erfahrung, den Augenblick, in dem sich dieser Schreibende seines Scheiterns vergewissert und vom mißglückten Satz zum schadhaften Werk, zur mangelhaften Person, zum nicht geführten Leben kommt. Der Schreibfehler ist darin etwas wie der symbolische Statthalter für das Mißlingen im Ganzen.

Roger Willemsen

Alt ist er geworden, seine besten Tage hat er hinter sich

Kaum tritt ein Mann in sein bestes Alter, hat er es hinter sich. Jetzt wird er langsam alt, heißt es; dann: alt ist er geworden, seine besten Tage hat er hinter sich. Nachdem er jahrelang irgendein Alter hatte, hat er jetzt ein spezifisches, summarisches: „ein Alter“ ist er und sieht fortan den anderen beim Jungsein zu.

Roger Willemsen